Veranstaltungen und Führungen

 

Über die Ausstellung von Kunstwerken in unserer Galerie „Treffpunkt Kunst" hinaus laden wir interessierte Kunstfreunde zu vielfältigen Veranstaltungen ein.

 

 

 

Unser Angebot und unsere Einladung richten sich dabei an alle Interessenten, nicht nur an die Mitglieder des Vereins.

 

Es ist nicht immer möglich, von den Museen rechtzeitig verbindliche Zusagen für einen Führungstermin zu erhalten. Änderungen der nachfolgenden Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben. Bitte informieren Sie sich an dieser Stelle über die aktuelle Situation.

 

 

 

Jörg Immendorf:

Für alle Lieben in der Welt

 

Samstag, den 12.1.2019

 

Führung durch die Ausstellung im Haus der Kunsts durch Frau Dr. Best (Treffpunkt Schalterhalle13.45 Uhr)

 

Jörg Immendorff (1945-2007) pflegte sein Image als Künstler und harter Kerl, doch er hatte auch weiche und nachdenkliche Seiten, die man neben seinem politischen Sendungsbewusstsein in der Retrospektive „Für alle Lieben in der Welt“ entdecken kann.

Mitte der 1960er-Jahre als Beuys-Schüler an der Düsseldorfer Akademie erprobt sich Immendorff zunächst als Agitationskünstler. Die Aktionen der Lidl-Akademie, die er mit seiner ersten Ehefrau Chris Reinicke entwickelt, stehen für Liebe und Frieden und den Wunsch die Welt zu verändern, sich gegen die uninspirierte und wenig geistreiche Politik in Deutschland aufzulehnen. „Lidl“ ist dabei ein Kunstwort in der Tradition von Dada. Intuition und Schöpfergeist sollen durch die Aktionen befreit werden.
Später steht Immendorff der KPD nahe. Einige Jahre arbeitet er als Hauptschullehrer und entwickelt eine Bildsprache, in der Wort und Bild gleichberechtig nebeneinander stehen. Unter dem Titel „Rechenschaftsbericht“ entsteht ein Zyklus von Gemälden mit klarer politisch-pädagogischer Botschaft.

Erst Ende der 1970er-Jahre fasst Immendorff den Entschluss sich vollkommen der Kunst zu verschreiben. 1976 beteiligt er sich an der Biennale in Venedig und 1977 folgt schließlich der Einstieg in den Café Deutschland-Zyklus, angeregt durch Renato Guttusos Café Greco, das Immendorff in einer Ausstellung in Köln gesehen hatte. In den Café Deutschland-Bildern arbeitet sich Immendorff an der Politik seiner Zeit ab – es ist die Zeit der RAF und innenpolitischer Konflikte auf beiden Seiten der Mauer –, eine Wiedervereinigung scheint vollkommen außerhalb jeglicher Realität. In düsteren, theaterhaften Barszenen, die von Prominenten und Künstlern bevölkert sind, stellt Immendorff sich selbst meist als Grenzgänger zwischen Ost und West dar. Neben der klaren politischen Motivation zeigen die Bilder jedoch auch Immendorffs Gedankenwelt, in der Ideen über Zeit und Raum miteinander im Dialog stehen. 1998 erfährt Immendorff, dass er an ALS erkrankt ist. Seine Welt wird dunkler und sein Werk richtet sich zunehmend nach innen. Er arbeitet bis zu seinem Tod – am Ende nur noch mit Unterstützung von Assistenten, die seine Anweisungen im Atelier ausführen.

Die Retrospektive umfasst ca. 200 Werke aller Schaffensphasen. Sie folgt keiner strengen Chronologie, vielmehr stellt sie entscheidende Schwerpunkte der Werkentwicklung in Kapiteln dar. 

 

 

Kubin und Blauer Reiter

 

Mittwoch, den 13.2.2019

 

Führung durch die Ausstellung im Lenbachhaus durch Frau Dr. Best. Treffpunkt: Schalterhalle um 16.00 Uhr

 

Häufig wird der österreichische Zeichner Alfred Kubin (1877-1959) als ein Gründungsmitglied des Blauen Reiter genannt, seine konkreten Beziehungen zu diesem Künstlerkreis sind jedoch so gut wie unbekannt. Die Ausstellung zeichnet erstmals mit einer Fülle von Werken, Dokumenten und Fotografien die komplexen persönlichen und künstlerischen Verflechtungen nach: Es ist fast völlig in Vergessenheit geraten, dass Kubins erste Ausstellung in München und sein berühmtes, aufsehenerregendes Frühwerk mit den drastischen Visionen von Trieb- und Zwangsvorstellungen, die Einblicke „in die Dunkelkammer der modernen Seele” erlaubten, 1904 von Wassily Kandinsky in der Künstlervereinigung Phalanx präsentiert wurde. Fünf Jahre später – Kubin hatte eine Phase des Umbruchs hinter sich, seinen Roman Die andere Seite niedergeschrieben und war von München nach Zwickledt in Oberösterreich gezogen – wurde er 1909 zur Neuen Künstlervereinigung München um Kandinsky, Münter, Jawlensky und Werfekin hinzugezogen. Auch nach der Abspaltung des Blauen Reiter 1911 wurde Kubin umgehend in einem Brief von Gabriele Münter zum Mitmachen aufgefordert. Jetzt waren es die seelischen, phantastischen und traumhaften Dimensionen, die die Künstlerfreunde an Kubins neuartigen, kalligraphisch flüssigen Tuschfederzeichnungen faszinierten. Bei der 2. Blauer Reiter-Ausstellung präsentierte er vielfigurige Szenen, die in beunruhigend irrationaler Weise einen Teppich des Lebens ausbreiten, wobei oft ein geheimnisvolles „Zwischenreich” aufscheint. Es ist diese geistige Dimension, der sich etwa auch Kandinsky, Franz Marc oder Paul Klee in ihren Werken verbunden fühlten.

 

 

 

Alex Katz

 

Donnerstag, den 18.4.2019  Termin fest!

 

Führung durch die Ausstellung in der Galerie Brandhorst durch Frau Dr. Best (Treffpunkt 17.45 Uhr).

Sie erreichen die Galerie Brandhorst (Ecke Türkenstr./Theresienstr.) mit den Straßenbahnlinien 27 oder 28 ab Stachus - Haltestelle "Pinakotheken" oder mit der Buslinie 100 ab Hbf oder Stachus - Haltestelle Maxvorstadt/Sammlung BrandhorstI

 

 

Utrecht, Caravaggio und Europa

 

Samstag, den 25.5.2019 Termin steht fest!

 

Führung durch die Ausstellung in der Alten Pinakothek durch Frau Dr. Best. Treffpunkt: Schalterhalle um 14.15 Uhr  Bitte pünktlich da sein!

 

Welch ein Schock muss es für die drei jungen Utrechter Maler Hendrick ter Brugghen, Gerard van Honthorst und Dirck van Baburen gewesen sein, als sie in Rom erstmals auf die atemberaubenden und unkonventionellen Gemälde Caravaggios trafen. Beschrieben als 'wunderliche Dinge' waren dessen Werke von einem neuartigen Rea­lismus, eindrucksvollem Drama und mysteriösem Licht gekennzeichnet und stilprägend für viele Künstler aus Italien, Frankreich, Spanien und den Niederlanden. Die gemeinsam mit dem Centraal Museum in Utrecht entwickelte Ausstellung zeigt rund 70 der schönsten und wichtigsten Werke der bedeutendsten 'Caravaggisten', darunter Gemälde von Bartolomeo Manfredi, Jusepe de Ribera und Valentin de Boulogne. Erst in der Gegenüberstellung mit den Kompositionen ihrer Malerkollegen wird begreifbar, warum die signifikanten Bilder der Utrechter so typisch holländisch sind und sowohl in Italien als auch in ihrer Heimat großen Erfolg hatten.

 

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